Eine der wichtigsten Fragen für jeden Vater oder jede Mutter, die überlegen, ihren Sohn oder ihre Tochter für ein Schuljahr in die USA zu schicken, ist: „Wer kümmert sich dort im Alltag um mein Kind?“ Diese Sorge ist verständlich: Schließlich geht es darum, monatelang von zu Hause weg, in einer anderen Sprache und Kultur zu sein.
Die gute Nachricht ist, dass Austauschprogramme über klar definierte Richtlinien verfügen, damit das Wohlbefinden der Schüler jederzeit überwacht und begleitet wird. Es gibt Verantwortliche auf verschiedenen Ebenen: die Trägerorganisation (die wir üblicherweise Sponsor nennen), die Gastfamilie und die Schule…und auf dieser Seite sind wir. Wir alle arbeiten zusammen, damit sich der Schüler sicher und unterstützt fühlt.
In diesem Beitrag erklären wir dir, wie der Alltag abläuft: von der Kommunikation mit den Gastfamilien über die Überwachung des körperlichen und emotionalen Wohlbefindens bis hin zur kulturellen Anpassung, den Beziehungen zur Gastfamilie und dem Vorgehen im Notfall. Ein allgemeiner Leitfaden (da jeder Sponsor seine eigenen Besonderheiten hat), der jedoch sehr aufschlussreich ist.
Kommunikation zwischen Schüler, Gastfamilie und leiblicher Familie
Die Kommunikation ist der erste Schlüsselfaktor. In der Regel bespricht der Schüler alltägliche Angelegenheiten mit seiner Gastfamilie: Grundbedürfnisse, Zeitpläne, Aktivitäten usw. Außerdem finden in der Regel einzelne Treffen mit lokalen Koordinatoren statt, um zu überprüfen, wie der Eingewöhnungsprozess verläuft, und potenzielle Probleme zu erkennen, bevor sie eskalieren.
Was die leibliche Familie (also die „echte“) betrifft, wird empfohlen, den Kontakt nicht zu intensiv zu gestalten, um die Integration in das amerikanische Leben zu erleichtern. In der Regel wird geraten, wöchentliche Telefonate oder Videoanrufe zu führen und dem Schüler Raum zu lassen, eigene Routinen in seiner neuen Umgebung zu entwickeln. Das Gleichgewicht ist wichtig, um ein „Doppelleben“ zu vermeiden.
Sollte es zu einem Vorfall kommen, zum Beispiel zu einem Missverständnis mit der Gastfamilie oder in der Schule, ist es üblich, zunächst den lokalen Koordinator zu informieren. Dieser fungiert als Vermittler und zieht bei Bedarf die zentrale Organisation hinzu. Die Priorität ist es, das Problem schnell und konstruktiv zu lösen, wobei Transparenz gegenüber allen Beteiligten gewährleistet ist.
Wie wird für das allgemeine Wohlbefinden des Schülers gesorgt?
Unter allgemeinem Wohlbefinden verstehen wir hier die körperlichen, emotionalen und sozialen Aspekte des Alltags des Schülers. Im Vorfeld erhalten die Gastfamilien eine Grundschulung zu Themen wie Ernährung, Erholung, Lerngewohnheiten oder Sicherheit in der Umgebung. Ziel ist es, dass sie wissen, worauf sie achten müssen und wie sie den Schüler, den sie bei sich aufnehmen, im Alltag unterstützen können.
Die lokalen Koordinatoren führen in der Regel regelmäßige Kontakte durch, sei es durch Besuche, Anrufe oder Umfragen. Dabei wird überprüft, ob sich der Schüler integriert fühlt, wie es ihm in der High School geht und ob es Anzeichen von Stress oder Demotivation gibt. Diese Begleitung ist nicht aufdringlich, aber doch eng genug, um mögliche Warnsignale rechtzeitig zu erkennen.
Auch der Schüler wird dazu ermutigt, proaktiv auf sich selbst zu achten: nach Hilfe fragen, wenn es nötig wird, gesunde Gewohnheiten beizubehalten und seine Gefühle auszudrücken. Das Gleichgewicht zwischen externer Betreuung und persönlicher Verantwortung ermöglicht es dem Jugendlichen, nach und nach Selbstständigkeit zu gewinnen, während er weiterhin auf ein nahes und solides Unterstützungsnetzwerk zählen kann.

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Wie ist die kulturelle und schulische Eingewöhnung und das Verhältnis zur Gastfamilie?
Das Leben in einer Gastfamilie bedeutet, sich an neue Routinen, Bräuche und sogar Regeln anzupassen. Für viele Schüler ist dies der erste echte Kontakt mit einer anderen Kultur rund um die Uhr. Deshalb wird eine offene Kommunikation auf der Grundlage gegenseitigen Respekts gefördert: nachfragen, wenn man etwas nicht versteht, und akzeptieren, dass es Unterschiede im Lebensstil geben wird.
Ein Kulturschock ist normal und zu erwarten: vom Essen bis hin zum Umgang miteinander in der Schule. Um damit umzugehen, wird den Schülern erklärt, dass Heimweh oder Frustration kein Versagen sind, sondern Teil des Prozesses. Nach wenigen Monaten beginnen sich die meisten in ihrer neuen Umgebung wie zu Hause zu fühlen.
Im akademischen Bereich können die Sprache und die unterschiedlichen Methoden eine Herausforderung darstellen. Hier spielen die Lehrkräfte zusammen mit den Koordinatoren eine wichtige Rolle, um bei Bedarf zusätzliche Unterstützung zu bieten. Die Schüler werden ermutigt, Sprechstunden zu nutzen, in Gruppen zu arbeiten und jede Gelegenheit zu nutzen, um Englisch zu üben – innerhalb und außerhalb des Klassenzimmers.
Wie werden Notfälle geleitet?
Auch wenn sie selten vorkommen, sind die Programme auf Notfälle vorbereitet. Vom ersten Tag an werden Gastfamilien und Schüler über die Vorgehensweisen informiert: wen man anrufen muss, welche Schritte zu befolgen sind und wie die Organisation zu benachrichtigen ist. Die klaren Anweisungen geben sowohl den Gastfamilien als auch den leiblichen Familien ein hohes Maß an Sicherheit.
Ein Notfall kann beispielsweise gesundheitlicher Natur sein (eine Krankheit oder ein Unfall), die Sicherheit betreffen (ein Problem in der Umgebung) oder auch eine familiäre Krise sein. In allen Fällen hat die sofortige Betreuung des Schülers oberste Priorität, ebenso wie die Information der notwendigen Parteien und das Treffen schneller, koordinierter Entscheidungen.
Zusätzlich stehen rund um die Uhr Notrufnummern für Schüler und Gastfamilien zur Verfügung. Auch wenn der Vorfall außerhalb der Schulzeit auftritt, gibt es immer einen offenen Kanal für Unterstützung. Dieses Netzwerk stellt sicher, dass die Schüler in einer kritischen Situation niemals allein sind (und stärkt zudem das Vertrauen der Eltern in das Programm).
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